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GOAT v3.0: über 30.000 Datensätze, Vorlagen und eigene Netzwerke

Der Katalog ist von 60 auf über 30.000 Datensätze gewachsen, Projekte starten aus einer Vorlage statt aus einer leeren Karte, das Content-Management wurde neu gebaut, und Erreichbarkeitsanalysen laufen jetzt auch auf einem eigenen Netzwerk.

Die Startseite des GOAT-Workspace: ein Suchfeld, Schaltflächen für ein neues Projekt oder einen Datensatz und eine Reihe zuletzt bearbeiteter Projekte

GOAT v3.0 ist da. Um die Updates war es einige Monate ruhig, weil wir auf dieses Release hingearbeitet haben.

Vier Dinge haben sich geändert, und alle vier betreffen die tägliche Arbeit. Woher die Daten kommen. Wie schnell ein Projekt beginnen kann. Wie Daten und Projekte danach verwaltet werden. Und auf welchem Netzwerk das Routing läuft.

1. Der Katalog: von 60 auf über 30.000 Datensätze

Bis v3 enthielt der Katalog rund 60 Datensätze. Jeder einzelne wurde gesucht, geprüft und von Hand eingepflegt. Das war nützlich, und es war wenig. Wer etwas brauchte, das nicht dabei war, begann so, wie GIS-Projekte meistens beginnen. Portal suchen, Lizenz klären, herunterladen, umprojizieren, bereinigen.

In v3 sind es über 30.000 Datensätze.

Der Katalog in GOAT mit 31.872 Datensätzen, links die Filter für Ort, Datenkategorie und
Datentyp

Der Katalog: 31.872 Datensätze, filterbar nach Ort, Kategorie und Datentyp.

Diese Zahl ist nur möglich, weil die Datensätze nicht mehr einzeln eingepflegt werden. Wir sammeln stattdessen aus öffentlichen Geodatenkatalogen: nationale Open-Data-Portale in ganz Europa, regionale und kommunale Portale, dazu Overture Maps und OpenStreetMap. Cyrine Kamoun, unsere Datenexpertin, arbeitet daran, welche Kataloge einfließen.

Die Pipeline dahinter ist mit KI gebaut, und das ist der Grund für die Größe. Sie gleicht Einträge über Portale hinweg ab, ordnet sie nach Thema und Datentyp ein und liest Metadaten aus, die in der Quelle oft nur grob oder gar nicht beschrieben sind. Am Ende steht ein einziger Index. Ein Datensatz aus einem Landesportal und ein Layer aus Overture sind gleich beschrieben und gleich auffindbar.

Im Alltag ändert das den ersten Schritt eines Projekts. Sie durchsuchen den Katalog, filtern nach Gebiet, Thema und Datentyp und fügen den Datensatz direkt zum Projekt hinzu. Kein Download, keine Reprojektion, keine Bereinigung.

Einen Flächennutzungsdatensatz für Oberbayern finden, ohne GOAT zu verlassen.

2. Vorlagen, in drei Formen

Eine leere Karte ist ein schlechter Anfang, besonders in der ersten Stunde mit einem neuen Werkzeug. v3 bringt Vorlagen auf drei Ebenen.

Projektvorlagen. Sie öffnen ein fertig eingerichtetes Projekt und sehen sich darin um. Die Layer sind gestaltet, die Analysen sind gerechnet, und das Dashboard ist bereits gebaut. Sie sehen also nicht nur, wie ein Ergebnis entsteht, sondern auch, wie es gelesen werden soll. Schneller lässt sich GOAT nicht kennenlernen, bevor eigene Daten im Spiel sind.

Workflow-Vorlagen. Eine fertig aufgebaute Analyse als Workflow, in der nur noch Ihre Daten fehlen. Wer ÖV-Güteklassen für eine Region rechnen will, baut die Schrittfolge nicht selbst. Der Indikator steckt schon in der Vorlage, angeschlossen werden nur die eigenen Fahrplandaten.

Layout-Vorlagen. Fertige Layouts für den Druck, die Sie in Ihr eigenes Projekt übernehmen. Eine druckfertige Karte muss damit nicht von Null gestaltet werden.

Dazu eine kleinere Änderung, die alle drei nützlicher macht. Workflows und Layouts lassen sich jetzt direkt im Projekt hinzufügen, statt an getrennten Orten zu liegen.

Der Dialog „New workflow from a template“ in GOAT, die Vorlage ÖV-Güteklassenanalyse ist
ausgewählt und ihr Diagramm daneben zu
sehen

Workflows und Layouts liegen jetzt im Projekt.

3. Neu gebautes Content-Management

Über diese Änderung haben wir am längsten nachgedacht. Auf einem Screenshot sieht man sie am wenigsten, im Gebrauch merkt man sie am meisten.

Layer, Datensätze und Projekte sind jetzt anders organisiert, und der Umbau hatte vor allem ein Ziel. Man soll sich darin leicht bewegen können. Elemente werden per Drag-and-drop verschoben. Ordner können in Ordnern liegen. Mehrere Elemente lassen sich gemeinsam auswählen, verschieben oder löschen.

Wichtiger noch: alles liegt an einem Ort. Projekte, Vorlagen, Datensätze, Datenpakete und Ordner sind in derselben Ansicht, und über den Typfilter sehen Sie nur das, was Sie gerade brauchen. Eine Frage wird dadurch deutlich leichter zu beantworten als vorher. Welche Daten gehören zu welchem Projekt?

Das Teilen gilt jetzt für alle Elemente, nicht mehr nur für Projekte, und die Eigentümerschaft lässt sich an eine andere Person übertragen. Praktisch, wenn jemand das Team verlässt, oder wenn ein Projekt von der Person, die es gebaut hat, an das Team übergeht, das es weiterführt.

Die Vorlagen und dieser Umbau kommen beide von Majk, unserem CTO, der das hier schon lange auseinandernehmen wollte.

Der Content-Bereich im GOAT-Workspace: Projekte, Vorlagen und Datensätze in einer
Ansicht, der Typfilter ist geöffnet

Projekte, Vorlagen und Datensätze an einem Ort.

4. Benutzerdefinierte Netzwerke

Bisher liefen Erreichbarkeitsanalysen in GOAT auf den Netzwerken, die wir bereitstellen. Das war zugleich die Grenze dessen, wo GOAT überhaupt einsetzbar war. In v3 laden Sie Ihr eigenes Netzwerk hoch, und die Analysen rechnen darauf.

Ein Beispiel ist Fukushima. Für Fukushima stellen wir kein Netzwerk bereit, die Erreichbarkeitsindikatoren hatten dort also keine Grundlage. Laden Sie das Straßennetz von Fukushima hoch, und ein Einzugsgebiet funktioniert dort genauso wie in München. Für den öffentlichen Verkehr gilt dasselbe. Mit den GTFS-Daten der Region rechnen die ÖV-Indikatoren auf diesem Netz.

Das betrifft zwei sehr verschiedene Situationen. Die eine ist geografisch, nämlich überall dort, wo wir noch kein Netz bereitstellen, und das ist der größte Teil der Welt. Die andere ist lokal: ein geplantes Radnetz, das es noch nicht gibt, ein Werks- oder Campusnetz, das nicht in OpenStreetMap steht, oder ein amtlicher Datensatz, dem ein Planungsamt mehr vertraut als den offenen Daten.

Das Netz muss im Overture-Format vorliegen, als .zip-Datei mit segments.geoparquet und connectors.geoparquet. Gebaut hat den Upload für beides, Straßennetz und GTFS-Daten, Nihar Thakkar, unser Routing-Experte.

Zweimal dieselbe Karte in Fukushima: zuerst das hochgeladene Straßennetz mit Knoten und
Kanten, dann ein daraus berechnetes Einzugsgebiet mit zwei
Startpunkten

Ein hochgeladenes Straßennetz für Fukushima, und ein darauf berechnetes Einzugsgebiet.

Was v3 für die Planung bedeutet

Die vier Änderungen sind im Grunde eine Änderung, von vier Seiten betrachtet. Vor v3 steckte der meiste Aufwand vor der Analyse. Daten finden, aufbereiten, das Projekt einrichten, das vorgegebene Netz akzeptieren.

v3 verschiebt die Startlinie. Die Daten sind da und durchsuchbar. Das Projekt beginnt aus einer Einrichtung, die jemand anderes schon gebaut hat. Was dabei entsteht, liegt geordnet beieinander und lässt sich übergeben. Und wenn unser Netz nicht das richtige für Ihre Fragestellung ist, nehmen Sie Ihr eigenes.

Die Analyse selbst wird dadurch nicht einfacher. Kürzer wird die Stunde davor, und genau dort verlieren Planungsprojekte sonst ihre Zeit.

Zwei weitere aus dem Team haben geprägt, was davon am Ende zu sehen ist. Die UI/UX-Arbeit, also dass die neuen Funktionen benutzbar sind und nicht nur vorhanden, kam von mir. Und Gokul Gopan hat sie ausgiebig getestet und die Dokumentation dazu geschrieben.

Loslegen

v3.0 ist ab sofort verfügbar. Wer GOAT bereits nutzt, findet den Katalog, die Vorlagen und den neuen Workspace in der Anwendung. Und wer noch nicht mit GOAT arbeitet: der Einstieg ist kostenlos.

Häufige Fragen

Was ist der Datenkatalog in GOAT?

Der Katalog ist die Sammlung nutzungsfertiger Geodaten in GOAT. In Version 3.0 enthält er über 30.000 Datensätze aus nationalen und regionalen Open-Data-Portalen in ganz Europa sowie aus Overture Maps und OpenStreetMap. Alle Einträge sind einheitlich erfasst und durchsuchbar. Ein Datensatz wird direkt ins Projekt übernommen, ohne Download und ohne Aufbereitung.

Wie finde ich einen Datensatz in GOAT?

Über den Katalog, gefiltert nach Gebiet, Thema oder Datentyp. Treffer lassen sich direkt als Layer zu einem Projekt hinzufügen.

Ist der Datenkatalog in GOAT kostenlos?

Ja. Jede GOAT-Nutzerin und jeder GOAT-Nutzer hat Zugriff auf den gesamten Katalog und kann die Datensätze ohne zusätzliche Kosten in Projekten verwenden.

Was ist eine Projektvorlage in GOAT?

Eine Projektvorlage ist ein fertig eingerichtetes GOAT-Projekt mit gestalteten Layern, gerechneten Analysen und gebautem Dashboard. Sie arbeiten darin weiter, statt mit einer leeren Karte zu beginnen. Version 3.0 bringt außerdem Workflow-Vorlagen, in denen eine Analyse bereits aufgebaut ist und nur noch die eigenen Daten angeschlossen werden, sowie Layout-Vorlagen für den Druck.

Kann ich in GOAT ein eigenes Routing-Netzwerk verwenden?

Ja. Ab Version 3.0 laden Sie Ihr eigenes Straßennetz hoch und rechnen Erreichbarkeitsanalysen darauf, statt nur auf den Netzwerken von Plan4Better. Das Netz muss im Overture-Format vorliegen, als .zip-Datei mit segments.geoparquet und connectors.geoparquet. Für den öffentlichen Verkehr laden Sie die GTFS-Daten der Region hoch. Dadurch funktionieren Indikatoren wie das Einzugsgebiet auch dort, wo GOAT kein eigenes Netz bereitstellt.

Brauche ich GIS-Kenntnisse für GOAT 3.0?

Nein. Die Vorlagen sorgen dafür, dass ein Projekt aus einer fertigen Einrichtung startet, und der Katalog nimmt den Schritt der Datenaufbereitung ab, für den sonst GIS-Wissen nötig ist. Analysen werden in der Oberfläche eingestellt, nicht programmiert.

Wie komme ich auf GOAT 3.0?

Es ist nichts zu installieren. GOAT läuft im Browser, bestehende Nutzerinnen und Nutzer sehen Version 3.0 beim nächsten Öffnen der Anwendung.

Bereit, Ihre Daten auf die Karte zu bringen?

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