Entwicklung

Heutzutage stehen Städte vor der Herausforderung, ein öffentliches Verkehrssystem zu schaffen, das den täglichen Bedürfnissen der Bürger entspricht. Die größte Konkurrenz ist das private Auto, das oft als die flexiblere und unabhängigere Option angesehen wird. Allerdings ist dieses Verkehrsmittel für den Alltagsverkehr am teuersten und am wenigsten umweltfreundlich. Im Gegensatz dazu könnte ein gut gestaltetes und attraktives öffentliches Verkehrssystem die Abhängigkeit von privaten Autos verringern, da es eine kostengünstige, nachhaltige und effiziente Möglichkeit bietet, eine große Anzahl von Menschen zu befördern.
Aber was macht ein öffentliches Verkehrssystem wirklich hochwertig? Ein entscheidender Faktor ist seine Fähigkeit, effiziente Reisen sowohl innerhalb als auch zwischen Gemeinden zu ermöglichen. Um objektiv zu bewerten, wo Verbesserungen benötigt werden, können Planer einen standardisierten Indikator verwenden, der als ÖV-Güteklassen bezeichnet wird. Ursprünglich in der Schweiz entwickelt und weit verbreitet in der Raumplanung in der Schweiz und Österreich, bewertet dieser Indikator wichtige Servicedimensionen: verfügbare Verkehrsmittel, Servicefrequenz und Haltestellenerreichbarkeit. Durch die Anwendung dieses Arbeitsablaufs in GOAT haben wir die Qualität des öffentlichen Verkehrs in deutschen Gemeinden analysiert.
Die ÖV-Güteklassen bieten eine objektive Möglichkeit, öffentliche Verkehrssysteme zu vergleichen. Während die Berechnungsmethoden leicht variieren, bleiben die Grundprinzipien konsistent:
Verschiedene Länder wenden dieses Rahmenwerk mit lokalen Anpassungen an. Während die Schweiz 4 Klassen (A-D) mit einer maximalen Frequenz von 60 Minuten und einem Pufferabstand von 1.000 Metern verwendet, setzt Österreich 7 Klassen (A-G) ein, mit einer 210-Minuten-Frequenz und einem 1.250-Meter-Isochronenabstand (der dem tatsächlichen Straßennetz folgt). Beide Ansätze basieren auf Fahrplänen an Werktagen zwischen 6 und 20 Uhr. Für unsere Analyse in Deutschland haben wir ein angepasstes System von Qualitätsklassen in GOAT entwickelt.
In GOAT haben wir ein flexibles Klassifizierungssystem entwickelt, das es Nutzern ermöglicht, Berechnungen für jeden beliebigen Tag und Zeitrahmen anzupassen und zwischen Puffer- oder Isochronen-basierten Berechnungen zu wählen. Diese Anpassungsfähigkeit stellt sicher, dass das Modell verschiedene Projektanforderungen erfüllt, während es seine grundlegenden Prinzipien beibehält. Der Klassifizierungsprozess folgt diesen wichtigsten Schritten:
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Unsere Analyse verwendet den aktuellsten landesweiten GTFS-Datensatz 2025 von DELFI e.V., was eine aktuelle Bewertung der ÖV-Güteklassen gewährleistet. Während die Ergebnisse je nach Berechnungsmethode und verwendetem Datensatz leicht variieren können, bietet die Analyse einen vergleichenden Gesamtüberblick über die aktuelle Qualität des öffentlichen Verkehrs.
Wie erwartet erreichten dicht besiedelte urbane Gebiete höhere ÖV-Güteklassen. Die Stadtstaaten Hamburg und Berlin schnitten gut ab, ebenso wie die stark besiedelten Regionen Rhein-Ruhr und Rhein-Neckar. Im Gegensatz dazu zeigten ländliche Gebiete – insbesondere in Bayern und Niedersachsen – eine geringere ÖV-Güteklassen, was auf ihre verstreute Bevölkerung und weniger häufige Verbindungen zurückzuführen ist.
Auf Landesebene erreichten alle Regionen mindestens die Qualitätsklasse D, was bedeutet, dass mindestens 50% der Bevölkerung eines Landes in Gebieten mit Qualitätsklasse D oder höher leben.

Über die Landesgrenzen hinaus haben wir uns die Ergebnisse anhand der RegioStaR7-Typologien angesehen, die die typischen lokalen Merkmale eines Gebiets berücksichtigen (Metropolen, Kernstädte, Kleinstädte & Dörfer usw.). Die Analyse zeigte, dass die Qualität des öffentlichen Verkehrs konsistent nach räumlicher Typologie variiert, wobei urbane Regionen in allen vergleichbaren räumlichen Typologien systematisch ihre ländlichen Pendants übertreffen. Die Analyse zeigte einen klaren Zusammenhang zwischen der Qualität des öffentlichen Verkehrs, der Gemeindegröße und dem räumlichen Kontext.
Möchten Sie einen detaillierten Blick darauf werfen, wie sich der Indikator über die räumlichen Typologien hinweg verhält? Laden Sie das vollständige white paper herunterladen.
Entgegen gängiger Annahmen zeigt unsere Analyse, dass kleinere Gemeinden trotz ihrer Größe eine außergewöhnliche ÖV-Güteklassen erreichen können. Zur Veranschaulichung haben wir die Top 5 Gemeinden in jeder von vier Bevölkerungsgrößenkategorien untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass bestimmte ländliche Gemeinden größere Städte in ihrer ÖV-Güteklassen tatsächlich übertreffen.
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In der Schweiz prägen die ÖV-Güteklassen bereits aktiv die nachhaltige Stadtentwicklung. Diese Indikatoren sind in kantonale Strukturpläne und Parkraumverordnungen eingebettet. Schweizer Gemeinden nutzen diesen Indikator, um die erforderlichen Parkplätze basierend auf der lokalen ÖPNV-Qualität anzupassen - besser angebundene Gebiete erlauben weniger Parkplätze. Österreich hat ähnliche Anforderungen, bei denen Parkvorschriften mit der Erreichbarkeit des öffentlichen Verkehrs verknüpft sind.
Dieser Indikator kann dazu beitragen, die Abhängigkeit vom Auto zu verringern und eine nachhaltigere Stadtentwicklung zu fördern. Die Integration in Planungsprozesse hilft, den öffentlichen Verkehr zu stärken, was zu gesünderen und lebenswerteren Städten führt.
📌 Für die vollständige Analyse lesen Sie unser white paper (verfügbar auf Englisch und Deutsch) und probieren Sie GOAT aus, um mit nur wenigen Klicks Ihre eigene Analyse zu erstellen.
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