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Erreichbarkeitsanalyse für Kommunen
Wie viele Praxen, Kitas oder Supermärkte es in einem Stadtteil gibt, sagt wenig darüber, wer sie erreicht. Eine Erreichbarkeitsanalyse misst, wie lange der Weg dorthin dauert, zu Fuß, mit dem Rad und mit Bus und Bahn. Wir berechnen sie mit GOAT für Quartiere, Städte und ganze Regionen.

Vorhanden heißt nicht erreichbar
Eine Kommune kann zählen, wie viele Hausarztpraxen, Kitas oder Supermärkte es in jedem Stadtteil gibt. Wie lange jemand bis dorthin braucht, steht in dieser Zahl nicht. Ein Stadtteil mit vier Spielplätzen kann schlechter versorgt sein als einer mit zwei, wenn die vier am Rand liegen und die zwei in der Mitte. Und eine Kita in fünf Minuten Entfernung hilft einer Familie wenig, wenn alle Plätze vergeben sind.
Besonders deutlich wird der Unterschied, wenn Einrichtungen schließen. Im Saarland wurden seit 2014 mehr als 30 Prozent der Entbindungsstationen geschlossen. Wir haben mit GOAT ausgewertet, was das für die Wege bedeutet. Über 200.000 Menschen, mehr als 20 Prozent der Bevölkerung, brauchen mit dem Auto inzwischen länger als 30 Minuten zur nächsten Entbindungsstation. Mit Bus und Bahn brauchen mehr als 65 Prozent länger als 40 Minuten.
In Kommunen, Landkreisen und Planungsbüros stellen sich ganz konkrete Fragen. Welche Ortsteile erreichen ohne Auto keinen Hausarzt? Wo fehlt eine Verbindung im Fuß- oder Radwegenetz? Wo bringt eine neue Haltestelle oder eine neue Kita am meisten? Solche Fragen gehören zum Mobilitätskonzept, zum Nahmobilitätskonzept, zur Gesundheitsplanung und zu jeder Standortwahl. Eine Erreichbarkeitsanalyse beantwortet sie kleinräumig für das ganze Gebiet und nicht als Durchschnitt für die Kommune.
So funktioniert eine Erreichbarkeitsanalyse
Eine Erreichbarkeitsanalyse verbindet drei Angaben: wo die Menschen wohnen, wo die Ziele liegen und wie lange der Weg dazwischen dauert. Die kurze Definition steht in unserem Glossar. Auf dieser Seite geht es um das Vorgehen.
Am Anfang stehen vier Festlegungen: welche Ziele zählen, mit welchem Verkehrsmittel, in welcher Zeit und für wen. Ein Grenzwert von 15 Minuten und einer von 30 Minuten ergeben zwei verschiedene Karten derselben Region, und beide lassen sich begründen. Die gewählten Werte gehören deshalb in jedes Ergebnis.
Welche Methode dann passt, hängt von der Frage ab. Die einfachste ist das Einzugsgebiet. Eine Isochrone zeigt, wie weit man von einer Einrichtung aus in einer bestimmten Zeit kommt, entlang des tatsächlichen Wegenetzes, und wie viele Menschen in dieser Fläche wohnen. Heatmaps bewerten dagegen jede Zelle eines Rasters, etwa nach der durchschnittlichen Reisezeit zu den nächsten Zielen oder nach der Zahl und Attraktivität der Ziele in der Umgebung. Wo Kapazitäten begrenzt sind, zum Beispiel bei Kitas oder Arztpraxen, setzt 2SFCA das Angebot ins Verhältnis zur Nachfrage. Für den öffentlichen Verkehr kommt hinzu, wie oft ein Bus oder eine Bahn fährt; dafür gibt es die ÖV-Güteklassen. Wann welche Methode die richtige ist, zeigt unser Leitfaden zu den acht Erreichbarkeitswerkzeugen in GOAT an einem Beispiel aus Bonn.
Das Ergebnis sind die Versorgungslücken: die Orte, die den festgelegten Test nicht bestehen. Legt man Bevölkerungsdaten darüber, zeigt sich auch, wie viele Menschen dort wohnen.
Eine Erreichbarkeitsanalyse misst die Dauer eines Weges, nicht seine Qualität. Ob ein Gehweg breit genug, beleuchtet und barrierefrei ist, steht in den üblichen Netzdaten oft nicht. In Augsburg haben wir die Daten deshalb durch eine Begehung ergänzt, unter anderem zu Straßenbeleuchtung, Querungen und Barrierefreiheit, und daraus einen Walkability-Index berechnet.
Erreichbarkeitsanalysen in GOAT
In GOAT finden Sie die Werkzeuge dafür unter den Erreichbarkeitsindikatoren. Mit Einzugsgebiet berechnen Sie Isochronen nach Zeit oder Entfernung, für Zu Fuß, Fahrrad, Pedelec, Auto und Öffentliche Verkehrsmittel. Die Heatmaps, darunter Heatmap - Durchschnitt Reisezeit, Heatmap - Gravity und Heatmap - 2SFCA, bewerten das ganze Gebiet in einem Raster. Für den öffentlichen Verkehr gibt es zusätzlich ÖV-Güteklassen und Anzahl Abfahrten Haltepunkte. Wie Sie ein Einzugsgebiet einstellen, beschreibt die GOAT-Dokumentation.
Die Routing-Netze für Fuß, Rad und Auto decken mehr als 30 europäische Länder ab. Für den öffentlichen Verkehr stehen Deutschland, die Schweiz und die französische Region Haut-Rhin zur Verfügung. Ziele, Bevölkerung und Verwaltungsgrenzen fügen Sie aus dem Datenkatalog zum Projekt hinzu oder laden eigene Daten hoch, etwa die Kita-Plätze Ihrer Stadt. Den Ablauf speichern Sie als Workflow und führen ihn erneut aus, wenn sich die Daten ändern.
Mit denselben Werkzeugen arbeiten wir in unseren Projekten. In Sinsheim haben wir die Netze für Fuß, Rad und ÖPNV für die ganze Stadt bewertet und mit Quell-Ziel-Matrizen aus Mobilfunkdaten verbunden. Für den Münchner Stadtbezirk Allach-Untermenzing analysieren wir mit Sweco die Erreichbarkeit zu Fuß, mit dem Rad und mit dem ÖPNV, ergänzt durch Begehungen und Bürgerbeteiligung. Für das Projekt MOBITAT haben wir für alle 520 Gemeinden der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main berechnet, welcher Anteil der Bevölkerung Ziele des täglichen Bedarfs mit dem Rad und mit dem ÖPNV innerhalb von 5, 10, 15, 20 oder 25 Minuten erreicht. Im Landkreis Südliche Weinstraße ging es um die Erreichbarkeit touristischer Ziele mit Bus und Bahn, einschließlich des On-Demand-Angebots VRNflexline.
Sie können die Analyse selbst in GOAT durchführen oder uns damit beauftragen. Die Projekte dazu finden Sie direkt unter diesem Text.
Aus unseren Projekten

- Städte & Verwaltung
- Mobilitätsplanung
Integrierte Mobilitätsanalyse für die Stadt Sinsheim
Die Stadt Sinsheim hat Plan4Better mit einer integrierten Mobilitätsanalyse für Radverkehr, Fußverkehr und öffentlichen Personennahverkehr beauftragt, um die starke Abhängigkeit vom motorisierten Individualverkehr zu reduzieren und Verbesserungspotenziale für die verschiedenen Verkehrsarten der Stadt zu identifizieren.
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- Städte & Verwaltung
- Mobilitätsplanung
Accessibility und Walkability Analysen für die Stadt Augsburg
Um zu erforschen, wie die auf nachhaltige Mobilität ausgerichtete Zugänglichkeit praktisch gemessen und bewertet werden kann, untersucht die Stadt Augsburg Ansätze wie die ÖV-Güteklassen und die Bewertung der Fußgängerfreundlichkeit von Straßen- und Wegenetzen.
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- Städte & Verwaltung
- Mobilitätsplanung
Nahmobilitätskonzept für den Münchner Stadtbezirk Allach-Untermenzing
Das Nahmobilitätskonzept für Allach-Untermenzing verbindet detaillierte Datenanalysen mit einer aktiven Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, um nachhaltige und maßgeschneiderte Mobilitätslösungen zu entwickeln, die direkt den alltäglichen Bedürfnissen der Anwohnenden entsprechen.
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- Mobilitätsplanung
Erreichbarkeitsanalysen im Projekt „MOBITAT“
Durchführung von Erreichbarkeitsanalysen mit GOAT für den Fahrradverkehr und den ÖPNV für die 520 Gemeinden der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main.
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- Städte & Verwaltung
- Mobilitätsplanung
Mobilitätsanalysen für die Südliche Weinstraße
Für den Landkreis Südliche Weinstraße haben wir eine ÖPNV-Studie zur Erreichbarkeit touristischer Ziele mit dem öffentlichen Personennahverkehr durchgeführt.
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- Städte & Verwaltung
- Mobilitätsplanung
- Einzelhandel
Freiburg - GOAT Abo
Mit dem GOAT-Abo erstellen die Planer:innen der Stadt Freiburg und der Freiburger Verkehrs AG Erreichbarkeitsanalysen für eine Vielzahl an Planungsfragen.
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Häufige Fragen
Was ist eine Erreichbarkeitsanalyse?
Eine Erreichbarkeitsanalyse misst, wie gut Menschen von ihrem Wohnort aus die Ziele erreichen, die sie brauchen, zum Beispiel Schulen, Arztpraxen, Einkauf oder Grünflächen. Sie verbindet drei Angaben: wo die Menschen wohnen, wo die Ziele liegen und wie lange der Weg dazwischen dauert.
Welche Daten braucht man für eine Erreichbarkeitsanalyse?
Ein Straßen- und Wegenetz, die Standorte der Ziele und Bevölkerungsdaten, etwa das 100-Meter-Raster des Zensus 2022. Für den öffentlichen Verkehr kommen Fahrplandaten im GTFS-Format hinzu. Soll die Analyse zeigen, ob die Plätze reichen, braucht man außerdem Kapazitäten je Einrichtung, zum Beispiel Kita-Plätze.
Was ist der Unterschied zwischen einer Isochrone und einem Radius?
Ein Radius misst die Luftlinie. Eine Isochrone folgt dem tatsächlichen Wegenetz und zeigt, wie weit man in einer bestimmten Zeit kommt. Flüsse, Bahntrassen oder fehlende Querungen machen die Isochrone kleiner. Ein Radius berücksichtigt solche Barrieren nicht.
Kann ich eine Erreichbarkeitsanalyse selbst in GOAT durchführen?
Ja. Unter den Erreichbarkeitsindikatoren finden Sie Einzugsgebiete, mehrere Heatmaps und die ÖV-Güteklassen. Die Stadt Freiburg und die Freiburger Verkehrs AG arbeiten so seit 2022 mit eigenen Lizenzen. Wenn Sie die Analyse lieber abgeben, übernehmen wir sie.
Wie findet man Versorgungslücken bei Kitas oder Hausärzten?
Zuerst wird festgelegt, was als erreichbar gilt: welches Ziel, in welcher Zeit, mit welchem Verkehrsmittel. Die Gebiete, die diesen Test nicht bestehen, sind die Lücken. Bei Kitas und Praxen zählt zusätzlich die Kapazität. Die Methode 2SFCA setzt dafür die Plätze einer Einrichtung ins Verhältnis zu den Menschen in ihrem Einzugsgebiet.
Wollen Sie die Erreichbarkeit in Ihrer Kommune messen?
Buchen Sie einen Termin. Wir sehen uns Ihre Fragestellung, Ihr Gebiet und die vorhandenen Daten gemeinsam an.
- Wege zu Schulen, Kitas, Hausärzten, Einkauf und Haltestellen, zu Fuß, mit dem Rad, mit Bus und Bahn oder mit dem Auto.
- Versorgungslücken auf der Karte, kleinräumig und mit der Zahl der Menschen, die dort wohnen.
- Angebot und Nachfrage gemeinsam bewertet, wo Plätze knapp sind, etwa in Kitas oder Arztpraxen.
- Karten und Berichte für Gemeinderat und Bürgerbeteiligung.
Bereit, Ihre Daten auf die Karte zu bringen?
Testen Sie GOAT kostenlos, oder sprechen Sie mit uns über Ihr Projekt.