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Nahversorgungsanalyse für das Einzelhandelskonzept

Ein Kreis um den Supermarkt zeigt nicht, wer ihn zu Fuß tatsächlich erreicht. Wir messen die Nahversorgung entlang des realen Wegenetzes, zeigen, wo und wie viele Menschen ohne Markt in Reichweite wohnen, und prüfen, was ein neuer Standort daran ändert. Die Analysen laufen in GOAT.

GOAT mit einer Karte von Mannheim: grüne Einzugsgebiete der Supermärkte in 5, 10 und 15 Minuten, dazwischen ein weißes, rot gestrichelt umrandetes Gebiet ohne Markt in Reichweite. Darin ein neuer Supermarkt als roter Punkt. Links die Ebenen mit Supermärkten, Einzugsgebieten, Heatmap und Huff-Modell, rechts die Attribute des neuen Standorts.

Ein Radius zeigt nicht, wer versorgt ist

Ob ein Wohngebiet nahversorgt ist, wird oft mit einem Kreis um den nächsten Lebensmittelmarkt beantwortet. Liegt die Wohnung innerhalb des Kreises, gilt sie als versorgt. Eine Bahnstrecke ohne Querung, eine breite Hauptstraße oder ein Fluss kommen in dieser Rechnung nicht vor. Wer zu Fuß einkauft, muss diese Hindernisse aber umgehen.

Für viele Menschen ist der Fußweg der einzige Weg zum Einkauf, etwa für ältere Menschen und für Haushalte ohne Auto. Eine alternde Bevölkerung, steigende Kosten für Mobilität und die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel machen die Frage dringlicher, welche Quartiere ihre Versorgung verlieren und welche sie nie hatten.

Viele Kommunen steuern die Entwicklung des Einzelhandels mit einem Einzelhandels- und Zentrenkonzept. Es legt fest, wo sich Einzelhandel ansiedeln soll, grenzt zentrale Versorgungsbereiche ab und dient als Grundlage für die Bauleitplanung. Damit das Konzept trägt, muss es die Versorgung nachvollziehbar belegen: Wer erreicht welchen Markt, wo fehlt einer, und was ändert ein neuer oder ein geschlossener Standort? Ein Radius beantwortet keine dieser Fragen verlässlich.

So messen wir die Nahversorgung

Die Methode ist eine Erreichbarkeitsanalyse mit den Lebensmittelmärkten als Ziel. Am Anfang steht die Festlegung, was als versorgt gilt: welche Märkte zählen, mit welchem Verkehrsmittel und in welcher Zeit. Diese Festlegung bestimmt das Ergebnis. Zehn Gehminuten ergeben eine andere Karte als fünfzehn, und beide Werte lassen sich begründen. Der Schwellenwert gehört daher immer zum Ergebnis dazu. Was eine Versorgungslücke ausmacht, erklärt unser Glossar.

Für jeden Markt berechnen wir dann das Einzugsgebiet entlang des Wegenetzes, zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem ÖPNV. Überlagert mit Bevölkerungsdaten zeigt es, wie viele Menschen einen Markt in der gewählten Zeit erreichen und wie viele nicht. Eine Versorgungslücke ist damit ein konkretes Gebiet mit einer bekannten Zahl von Einwohnerinnen und Einwohnern.

Ein flächendeckendes Bild liefert die Heatmap. Sie zeigt für jede Rasterzelle die Reisezeit zu den nächstgelegenen Märkten oder gewichtet große Märkte stärker als kleine. Dünne Versorgung wird so auch innerhalb der Gebiete sichtbar, die ein Radius als versorgt zählt.

Wo mehrere Märkte um dieselbe Bevölkerung konkurrieren, schätzt das Huff-Modell den Anteil der Nachfrage, den jeder Standort auf sich zieht. Es berücksichtigt dafür die Attraktivität eines Markts, etwa seine Verkaufsfläche, und die Entfernung.

Zuletzt rechnen wir Szenarien. Ein geplanter Markt kommt hinzu oder ein bestehender fällt weg, und das Ergebnis wird mit dem heutigen Stand verglichen. So sehen Sie, wie viele Menschen ein neuer Standort zusätzlich versorgt und wer die Versorgung verliert, wenn ein Markt schließt.

Nahversorgung in GOAT analysieren

In GOAT finden Sie die Werkzeuge unter den Erreichbarkeitsindikatoren. Einzugsgebiet berechnet Isochronen für Zu Fuß, Fahrrad/Pedelec, Auto und Öffentliche Verkehrsmittel, mit frei wählbaren Zeitstufen wie 5, 10 und 15 Minuten. Heatmap - Durchschnitt Reisezeit zeigt die mittlere Reisezeit zu den nächstgelegenen Märkten. Heatmap - Gravity gewichtet die Märkte über das Destinationspotenzial, zum Beispiel nach Verkaufsfläche. Huff-Modell berechnet für konkurrierende Standorte, welchen Anteil der Nachfrage jeder erhält. Wie Sie die Werkzeuge einstellen, beschreibt die GOAT-Dokumentation.

Marktstandorte, Bevölkerungsdaten und Verwaltungsgrenzen fügen Sie aus dem Katalog zum Projekt hinzu oder laden eigene Daten hoch, etwa eine eigene Erhebung der Märkte. Die einzelnen Schritte lassen sich als Workflow speichern. Öffnet oder schließt ein Markt, führen Sie die Analyse mit derselben Methode erneut aus.

Für die Stadt Bonn entwickeln wir auf Basis von GOAT eine Planungsanwendung für den Einzelhandel, eingebettet in die Urban Data Platform der Stadt. Sie soll Erreichbarkeitsanalysen, ein Nahversorgungsprüfschema und Prognosen automatisiert ausführen. In Freiburg nutzen das Stadtplanungsamt und die Freiburger Verkehrs AG GOAT seit 2022 im Abo, unter anderem für die Überprüfung des Einzelhandelskonzepts.

Sie können die Analyse selbst in GOAT durchführen oder sie von uns für Ihre Kommune erstellen lassen. Die Projekte dazu finden Sie direkt unter diesem Text.

Aus unseren Projekten

  • Einzelhandelsplanung in Bonn: datenbasierte GIS-Analyse mit dem WebGIS GOAT
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    • Städte & Verwaltung

    Einzelhandelsplanung in Bonn: datenbasierte GIS-Analyse mit dem WebGIS GOAT

    Plan4Better entwickelt für die Stadt Bonn ein GIS-basiertes Planungswerkzeug für den Einzelhandel – mit automatisierten Erreichbarkeitsanalysen, Nahversorgungsprüfungen und datenbasierten Entscheidungen, vollständig integriert in die Urban Data Platform.

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  • Freiburg - GOAT Abo
    • Städte & Verwaltung
    • Mobilitätsplanung
    • Einzelhandel

    Freiburg - GOAT Abo

    Mit dem GOAT-Abo erstellen die Planer:innen der Stadt Freiburg und der Freiburger Verkehrs AG Erreichbarkeitsanalysen für eine Vielzahl an Planungsfragen.

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  • Integrierte Mobilitätsanalyse für die Stadt Sinsheim
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    Integrierte Mobilitätsanalyse für die Stadt Sinsheim

    Die Stadt Sinsheim hat Plan4Better mit einer integrierten Mobilitätsanalyse für Radverkehr, Fußverkehr und öffentlichen Personennahverkehr beauftragt, um die starke Abhängigkeit vom motorisierten Individualverkehr zu reduzieren und Verbesserungspotenziale für die verschiedenen Verkehrsarten der Stadt zu identifizieren.

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  • Nahmobilitätskonzept für den Münchner Stadtbezirk Allach-Untermenzing
    • Städte & Verwaltung
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    Nahmobilitätskonzept für den Münchner Stadtbezirk Allach-Untermenzing

    Das Nahmobilitätskonzept für Allach-Untermenzing verbindet detaillierte Datenanalysen mit einer aktiven Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, um nachhaltige und maßgeschneiderte Mobilitätslösungen zu entwickeln, die direkt den alltäglichen Bedürfnissen der Anwohnenden entsprechen.

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Häufige Fragen

Was ist eine Nahversorgungsanalyse?

Sie zeigt, wie gut die Bevölkerung Geschäfte des täglichen Bedarfs erreicht, vor allem Lebensmittelmärkte. Gemessen wird entlang des realen Wegenetzes, meist zu Fuß. Das Ergebnis zeigt, wo Menschen ohne Markt in Reichweite wohnen und wie viele es sind.

Welche Gehzeit gilt als fußläufige Nahversorgung?

Einen einheitlichen Wert gibt es nicht. Viele Konzepte arbeiten mit zehn bis fünfzehn Minuten zu Fuß oder mit einer Entfernung von einigen hundert Metern bis etwa einem Kilometer. Der gewählte Wert bestimmt das Ergebnis und sollte deshalb mit der Karte genannt werden. In GOAT legen Sie die Zeitstufen selbst fest.

Welche Daten braucht man für eine Nahversorgungsanalyse?

Die Standorte der Lebensmittelmärkte, am besten mit Verkaufsfläche, dazu Bevölkerungsdaten wie das 100-Meter-Raster des Zensus 2022 und ein Wegenetz. Bevölkerungsdaten, Points of Interest und Straßennetze stehen im Katalog von GOAT bereit. Eigene Erhebungen laden Sie zusätzlich hoch.

Wie hilft eine Erreichbarkeitsanalyse beim Einzelhandels- und Zentrenkonzept?

Sie liefert die räumliche Grundlage: welche Wohngebiete die Nahversorgungsstandorte und zentralen Versorgungsbereiche in vertretbarer Zeit erreichen, wo Lücken liegen und welche Standorte sie schließen würden. Die Karten und Zahlen lassen sich direkt im Konzept verwenden.

Kann ich prüfen, was ein neuer Supermarkt an der Versorgung ändert?

Ja. Sie fügen den geplanten Standort hinzu und berechnen Einzugsgebiete und Heatmap neu. Der Vergleich mit dem heutigen Stand zeigt, wie viele Menschen zusätzlich versorgt sind. Mit dem Huff-Modell schätzen Sie außerdem, wie sich die Nachfrage zwischen dem neuen und den bestehenden Märkten aufteilt.

Arbeiten Sie an einem Einzelhandels- oder Nahversorgungskonzept?

Buchen Sie einen Termin. Wir sehen uns die Nahversorgung in Ihrer Kommune gemeinsam an.

  • Einzugsgebiete der Lebensmittelmärkte zu Fuß, mit dem Rad und mit dem ÖPNV.
  • Versorgungslücken: wo Menschen keinen Markt in Reichweite haben, und wie viele es sind.
  • Szenarien für neue, verlagerte oder geschlossene Standorte.
  • Karten und Kennzahlen, die Sie direkt im Konzept verwenden können.

Bereit, Ihre Daten auf die Karte zu bringen?

Testen Sie GOAT kostenlos, oder sprechen Sie mit uns über Ihr Projekt.