Plan4Better

Lösungen

Kommunale Wärmeplanung mit GIS

Ein Wärmeplan entsteht aus Daten zu jedem Gebäude: Wärmebedarf, Energieträger, Baualter, Netze. In einem GIS werden daraus Karten, auf denen sich Gebiete für Wärmenetze und Schwerpunkte der Sanierung erkennen lassen. Wir haben Wärmeplanung und energetische Quartierskonzepte für Mainburg, Amberg und Altrip unterstützt und die Ergebnisse jeweils als WebGIS in GOAT bereitgestellt.

Ein Dashboard in GOAT zu Solarpotenzial und Energiebedarf je Baublock in Bedburg: Baublöcke auf der Karte nach Priorität für den PV-Ausbau grün, orange und rot eingefärbt, ein geöffnetes Popup zu einer Prioritätszone und rechts Kennzahlen zu Wärmebedarf, Solarpotenzial und Deckungsgrad. Davor ein Workflow, der Gebäude- und Dachflächendaten mit SQL-Abfragen je Baublock zusammenfasst.

Ein Wärmeplan beginnt beim einzelnen Gebäude

Das Wärmeplanungsgesetz (WPG) verpflichtet die Kommunen in Deutschland, ihre Wärmeversorgung zu planen. Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern mussten ihren Wärmeplan bis Mitte 2026 vorlegen, alle anderen Kommunen haben bis Mitte 2028 Zeit. Das Ziel ist eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung bis 2045.

Die Frage, die ein Wärmeplan beantworten muss, ist räumlich. In welchen Straßen und Quartieren lohnt sich ein Wärmenetz, und wo heizt jedes Gebäude weiter für sich? Die Antwort hängt von Daten ab, die in den meisten Kommunen verstreut vorliegen. Der Wärmebedarf steht in Landesstudien oder Verbrauchsdaten, die Energieträger im Zensus, die Gas- und Wärmenetze bei den Stadtwerken. Baualter und Sanierungszustand sind oft nirgends vollständig erfasst.

Ein GIS führt diese Daten auf einer Karte zusammen, für jedes Gebäude und jeden Baublock. Wie das aussieht, zeigt ein Dashboard für Rheinbach aus unserer Galerie. Es stellt den Wärmebedarf aller 14.961 beheizten Gebäude dar, die Straßen und Baublöcke mit dem höchsten Bedarf, den vorherrschenden Energieträger je Baublock und die Gebäude, bei denen eine Sanierung am meisten bewirkt. Die Daten stammen aus dem offenen Energieatlas NRW und der Wärmestudie NRW.

So läuft die Wärmeplanung ab

Am Anfang steht die Bestandsanalyse. Für den Wärmeplan von Mainburg, den wir gemeinsam mit einem Partner erarbeiten, haben wir Wärmeverbrauchsdichten, die Anteile der Energieträger, Gebäudetypen, Sanierungszustände und die Gas- und Wärmenetze zusammengeführt. Die Angaben zu den Energieträgern stammen aus dem Zensus 2022. Ein digitaler Zwilling der Stadt bildet die gemeinsame Datenbasis für alle weiteren Schritte.

Die Potenzialanalyse fragt, wo sich Energie einsparen lässt, welche erneuerbaren Energien und welche Abwärme vor Ort verfügbar sind und welche Gebiete sich für ein Wärmenetz eignen. Wo sich kein Wärmenetz lohnt, bleibt die Versorgung der einzelnen Gebäude die bessere Lösung. Auf dieser Grundlage entstehen ein Zielszenario für 2045 und ein Maßnahmenkatalog. In Mainburg hat jede Maßnahme einen Steckbrief mit Kosten, Fördermöglichkeiten und Klimaschutzpotenzial.

Für einzelne Quartiere geht ein energetisches Quartierskonzept tiefer. Im Amberger Sanierungsgebiet Luitpoldhöhe haben wir den Sanierungszustand und die Baualtersklassen vor Ort erhoben und daraus einen Wärmeatlas erstellt. Jede Maßnahme im Katalog wurde nach Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit, sozialer Verträglichkeit und ökologischer Wirkung bewertet. In Altrip haben wir zusätzlich ein Wärmenetz geprüft und ein Konzept für Controlling und Monitoring erarbeitet.

Damit Maßnahmen umgesetzt werden, müssen sie vor Ort auf Akzeptanz stoßen. In Mainburg gehörten dazu Bürgerveranstaltungen und Workshops zum Projekt, in Amberg die enge Zusammenarbeit mit den Stadtwerken. In allen drei Projekten haben wir die Ergebnisse in einem WebGIS bereitgestellt, das im Browser läuft. In Mainburg macht es die Ergebnisse auch für Bürgerinnen und Bürger zugänglich.

Wärmeplanung in GOAT

In GOAT laden Sie Ihre eigenen Daten hoch, etwa Gebäude mit Wärmebedarf oder die Netze der Stadtwerke, und ergänzen sie aus dem Katalog um Gebäude, Siedlungsstruktur oder Bevölkerung. Alle Layer liegen im selben Projekt übereinander.

Die Auswertung legen Sie als Workflow an. Für Bedburg fasst ein Workflow den Wärmebedarf der Gebäude und das Solarpotenzial der Dachflächen mit SQL-Abfragen je Baublock zusammen, speichert das Ergebnis als Datensatz und fügt es zum Projekt hinzu. Daraus ergeben sich die Prioritätszonen für den PV-Ausbau. Ändern sich die Daten oder die Gebietsgrenzen, führen Sie denselben Workflow erneut aus. Wie Workflows aufgebaut sind, beschreibt die GOAT-Dokumentation.

Für die Ergebnisse erstellen Sie ein Dashboard mit Kennzahlen und Diagrammen neben der Karte. In Rheinbach öffnet ein Klick auf ein Gebäude ein eigens gestaltetes Popup mit dessen Wärmebedarf. Ein Diagramm stellt die Sanierungsdringlichkeit je Baublock dar. Über Teilen geben Sie das Dashboard öffentlich frei. Es lässt sich dann ohne GOAT-Konto öffnen. Wie Sie ein Dashboard erstellen, steht ebenfalls in der Dokumentation.

Beide Beispiele können Sie in unserer Galerie öffnen: die Wärmeplanung für Rheinbach und Solarpotenzial und Energiebedarf in Bedburg.

Sie können die Analysen selbst in GOAT erstellen oder die Wärmeplanung gemeinsam mit uns erarbeiten. Die Projekte dazu finden Sie direkt unter diesem Text.

Aus unseren Projekten

  • Kommunaler Wärmeplan Stadt Mainburg
    • Energie
    • Städte & Verwaltung

    Kommunaler Wärmeplan Stadt Mainburg

    Plan4Better entwickelt gemeinsam mit einem Partner für die Stadt Mainburg einen kommunalen Wärmeplan, der eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung bis 2045 ermöglicht.

    Referenz lesen
  • Energetisches Quartierskonzept Stadt Amberg
    • Energie

    Energetisches Quartierskonzept Stadt Amberg

    Die Erstellung eines Wärmeatlas für das Sanierungsgebiet Luitpoldhöhe bildet den Kern des Projekts zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Erschließung neuer Energiepotenziale für die Wärmebereitstellung.

    Referenz lesen
  • Energetisches Quartierskonzept Altrip
    • Energie

    Energetisches Quartierskonzept Altrip

    Im Rahmen eines integrierten Quartierskonzepts für die Ortsgemeinde Altrip (Rheinland-Pfalz) wurden umfassende Analysen und Strategien zur Verbesserung der energetischen, städtebaulichen und klimatischen Gesamtsituation entwickelt.

    Referenz lesen

Häufige Fragen

Was ist kommunale Wärmeplanung?

Ein Wärmeplan legt fest, wie eine Kommune ihre Wärmeversorgung bis 2045 treibhausgasneutral macht. Er zeigt, welche Gebiete sich für ein Wärmenetz eignen und wo Gebäude weiterhin einzeln versorgt werden. Grundlage in Deutschland ist das Wärmeplanungsgesetz (WPG).

Bis wann muss eine Kommune ihren Wärmeplan vorlegen?

Nach dem Wärmeplanungsgesetz mussten Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ihren Wärmeplan bis Mitte 2026 vorlegen. Alle anderen Kommunen haben bis Mitte 2028 Zeit. Die Länder regeln die Umsetzung im Einzelnen.

Welche Daten braucht man für die kommunale Wärmeplanung?

Benötigt werden für jedes Gebäude der Wärmebedarf oder -verbrauch, der Energieträger, der Gebäudetyp, das Baualter und der Sanierungszustand, dazu die Gas- und Wärmenetze. Für die Potenzialanalyse kommen Daten zu erneuerbaren Energien und Abwärme hinzu. Angaben zu den Energieträgern enthält zum Beispiel der Zensus 2022. In Nordrhein-Westfalen stehen mit dem Energieatlas NRW und der Wärmestudie NRW offene Daten zum Wärmebedarf bereit.

Wozu braucht man GIS in der Wärmeplanung?

Die Kernfrage eines Wärmeplans ist räumlich: Wo ist die Wärmebedarfsdichte hoch genug für ein Wärmenetz? Ein GIS bringt Gebäude, Netze und Potenziale auf eine Karte und fasst sie je Baublock oder Quartier zusammen. So lassen sich Gebiete vergleichen und abgrenzen.

Was ist der Unterschied zwischen Wärmeplan und energetischem Quartierskonzept?

Der Wärmeplan betrachtet die ganze Kommune. Ein energetisches Quartierskonzept geht für ein einzelnes Quartier tiefer, bis zum Maßnahmenkatalog für die Sanierung. In Amberg haben wir dafür den Sanierungszustand und die Baualtersklassen im Sanierungsgebiet Luitpoldhöhe vor Ort erhoben.

Können Bürgerinnen und Bürger die Ergebnisse der Wärmeplanung einsehen?

Ja, wenn die Kommune das möchte. In GOAT lässt sich eine Karte oder ein Dashboard öffentlich teilen, dann braucht niemand ein Konto, um sie zu öffnen. In Mainburg machte ein WebGIS die Ergebnisse für Akteure und Bürgerinnen und Bürger zugänglich.

Steht in Ihrer Kommune die Wärmeplanung an?

Buchen Sie einen Termin. Wir sehen uns Ihre Datenlage und Ihren Gebäudebestand gemeinsam an.

  • Wärmebedarf, Energieträger und Netze für jedes Gebäude auf einer Karte.
  • Gebiete für Wärmenetze und für Einzelversorgung räumlich abgrenzen.
  • Erneuerbare Potenziale und Abwärme dem Bedarf gegenüberstellen.
  • Ein WebGIS für Verwaltung, Gemeinderat und Öffentlichkeit, das nach dem Projekt weiter genutzt wird.

Bereit, Ihre Daten auf die Karte zu bringen?

Testen Sie GOAT kostenlos, oder sprechen Sie mit uns über Ihr Projekt.